Welche Kamera-Highlights es auf der CES gab - und welche noch nicht!
Dieses Jahr hat die CES zum ersten Mal zusammen mit der Fotomesse PMA stattgefunden, die sonst immer ebenfalls in Las Vegas ihre Pforten im Februar öffnete. Doch auf dem Gelände der PMA herrschte vergleichsweise gähnende Leere, und in den Säälen des Venetian tummelten sich lediglich ein paar Zubehörhersteller und Firmen, die an sich mit Fotografie herzlichen wenig am Hut haben. Von Canon über Nikon bis hin zu Fujifilm - alle wichtigen Fotohersteller waren auf der CES zu finden. Lediglich Pentax und Ricoh blieben der PMA treu, zeigten an dem gemeinsamen Stand jedoch keine Neuheiten. Dementsprechend stammen sämtliche Highlights aus dem LVCC, dem Las Vegas Convention Center.
Fujifilm: die große X-Pro1 und 19 "Kleine"
Zwar konnte der Stand von Fujifilm nicht mit den megalomanischen Aufbauten von Samsung, Panasonic & Co. mithalten, doch dafür gab es hier ein besonderes Highlight für Fotofreaks zu sehen. Mit der X-Pro1 hat der Hersteller auf der CES nämlich sein eigenes spiegelloses Kamera-System an den Start gebracht. Und Bescheidenheit war da nicht gerade die oberste Prämisse: In Sachen Bildqualität soll die Digicam mit Vollformat-DSLRs aus dem Profi-Bereich mithalten oder sie sogar übertreffen. Dazu passt allerdings auch der Preis. Alleine das Gehäuse der X-Pro1 wird rund 1600 Euro kosten, für das günstigste Objektiv kommen noch einmal 579 Euro dazu.

Die X-Pro1 ist da: So sieht Fujifilms erste spiegellose Systemkamera aus.
Wir hatten die Gelegenheit, das neue Kamerasystem auf der CES auszuprobieren. Unsere ersten Eindrücke finden sich in der folgenden Fotostrecke sowie in unserem Preview zur Fujifilm X-Pro1.
Das war beileibe nicht die einzige Digicam, die von Fujifilm zur CES vorgestellt wurde. Vier Tage vor dem Start der Messe hat der japanische Hersteller ganze 19 weitere neue Kameras angekündigt, darunter ist für so ziemlich jeden Schnappschuss-Fotografen etwas dabei. Die Bridgekamera HS30EXR bietet beispielsweise einen 30-fachen optischen Zoom und einen schnellen EXR-CMOS-Sensor. Deren Schwestern F660EXR, F750EXR und F770EXR bringen den gleichen lichtempfindlichen Chip und damit dieselben Highspeed-Funktionen mit, passen allerdings noch bequem in die Jacken oder Hosentasche. Der optische Zoom ist dafür auf 15- bis 20-fach reduziert.
Wer seine Schnappschüsse so schnell wie möglich mit der ganzen Welt teilen möchte, sollte sich die Z1000EXR mit WLAN näher ansehen. Ebenfalls an Bord: der schnelle EXR-CMOS-Sensor. Die Modelle FinePix XP50, XP100 und XP150 richten sich an Actionfreaks. Sie sollen je nach Modell Stürze aus bis zu zwei Metern Höhe und Tauchtiefen von zehn Metern problemlos überstehen. Mehr Details zu diesen sowie allen weiteren Kameras, die Fujifilm zur CES vorgestellt hat, gibt es in unserem Beitrag Digicam-Flut zur CES: Fujifilm spuckt 19 neue Bridge- und Kompaktkameras aus.

Wie etliche andere zur CES vorgestellte Digitalkameras bringt die Z1000EXR ein integriertes WLAN-Modul mit.
Nikon: D4-Hammer und sonst nicht viel
Nikon: D4-Hammer und sonst nicht viel
Wer auf dicke Profi-DSLRs steht, wird das Highlight der CES mit Sicherheit bei Nikon finden. Der japanische Hersteller hat sein neues Spiegelreflex-Flaggschiff in Las Vegas gezeigt. Die D4 verfügt über einen Vollformatsensor mit 16,2 Megapixeln Auflösung. Die maximale Serienbildgeschwindigkeit bei voller Auflösung beträgt elf Fotos pro Sekunde. Dass der kontinuierliche Autofokus das Motiv auch bei diesem Tempo fest im Blick behält, dürfte außer Frage stehen. In Sachen maximaler Empfindlichkeit zieht Nikon mit Canon gleich: Die D4 schafft im erweiterten Bereich bis zu ISO 204.800.

ISO 200.000, elf Bilder pro Sekunde und Vollformat: Die Nikon D4 ist das DSLR-Flaggschiff des japanischen Fotogiganten.
Außerdem gibt es etliche Neuerungen für Videofans. Die Kamera bietet im Full-HD-Betrieb nun mehrere Bildraten (30, 25 und 24p) an, in 720p-Auflösung kommt zusätzlich noch 60p hinzu. Außerdem ist es möglich, die Bewegtbilder unkomprimiert über den HDMI-Ausgang an ein externes Aufnahmegerät auszugeben. Dabei soll die DSLR ein 4:2:2-Subsampling bieten. Außerdem gibt es eine Crop-Funktion, bei der im Videomodus ohne Qualitätsverlust auf dem Sensor um den Faktor 2,7 ins Bild hineingezoomt werden kann. Weitere Details zu der Profi-DSLR gibt es in der folgenden Fotostrecke sowie in unserem Blogbeitrag zur Nikon D4.
So spektakulär die Nikon D4 auch ist, sie war die einzige konkrete Kamera-Ankündigung von Nikon zur CES. Darüber hinaus wurde mit dem AF-S Nikkor 85mm 1:1,8G noch ein recht günstiges Portrait-Objektiv angekündigt. Fans der Nikon-1-Serie konnten auf dem Stand von Nikon außerdem eine Reihe von Mockups zu künftigen Objektiven und geplantem Zubehör bestaunen. Weitere Details dazu hält die folgende Fotostrecke bereit.
Nicht nur das D3s-Update namens D4, sondern auch eine Nachfolgerin der "Einsteiger"-Vollformatkamera D700 wird derzeit sehnsüchtig erwartet. Auf der CES gab es leider keine D800 zu sehen - möglicherweise wissen wir zur CP+ mehr. Gerüchten zufolge soll die Nikon D800 dort Anfang Februar mit einem 36-Megapixel-Sensor ins Licht der Öffentlichkeit treten. Außerdem werden eine Reihe von neuen Coolpix-Kameras vermutet, darunter ein Update der Coolpix P300, dieses Mal mit einem lichtstärkeren Objektiv. Ein dazu passendes Patent hat Nikon jedenfalls bereits angemeldet, und die kompakte Digicam wird nächsten Monat genau ein Jahr alt. Wir sind gespannt.
Canon: einmal gegen den EVIL-Strom und zwei Luxus-Kompakte
Canon: einmal gegen den EVIL-Strom und zwei Luxus-Kompakte
Im Gegensatz zu Nikon hat Canon sein heiß herbeigesehntes DSLR-Flaggschiff EOS 1D X bereits Ende vergangenen Jahres vorgestellt. Und weder gab es eine andere EOS-DSLR noch die Antwort auf die kompakten Systemkameras à la Olympus Pen und Sony NEX zu sehen. Beziehungsweise: Die Antwort gab es zu sehen, allerdings nicht in der Form, wie sie sich viele Canon-Fans möglicherweise erhofft hatten.

PowerShot G1 X: So sieht Canons Antwort auf das EVIL-Segment aus.
Die PowerShot G1 X verfügt zwar über einen großen Bildsensor, der größentechnisch mit den von Olympus und Panasonic eingesetzten Micro-Four-Thirds-Chips in einer Liga spielt. Allerdings bietet die Kamera nicht die Möglichkeit zum Objektivwechsel. Die Optik deckt mit ihrem vierfachen optischen Zoom einen Brennweitenbereich von 28 bis 112 Millimetern ab. Die Lichtstärke ist allerdings mit F2,8 im Weitwinkel und F5,8 im Telebereich etwas enttäuschend. Aber gut, vielleicht kann Canon das mit einer hervorragenden High-ISO-Performance wieder ausgleichen. Mehr Informationen zu der großsensorigen Kompaktkamera gibt es in der folgenden Bildergalerie und in unserer News zur Canon PowerShot G1 X.
Es ist gut möglich, dass Canon bei der PowerShot G1 X eine etwas ähnliche Strategie fährt wie Fujifilm im letzten Jahr. Nachdem die X100 Anfang 2011 mit festem Objektiv auf den Markt kam, wurden schnell Rufe nach exakt dieser Kamera mit Wechseloptiken laut. Zur CES 2012 war es soweit: Fujifilm hat die X-Pro1 vorgestellt. Wir werden sehen.
Neben der G1 X hat Canon noch zwei weitere Digicams gezeigt. Bei der IXUS 500 HS und der IXUS 125 HS handelt es sich um zwei extrem kompakte Digicams, die schnelle Bildsensoren mit vergrößerungsstarken Objektiven und kompakten Abmessungen kombinieren. Mehr Infos zu dem Mini-Highspeed-Duo gibt es in unserem Blogbeitrag zur Canon IXUS 500 HS und IXUS 125 HS.

Klein, aber oho: Auch wenn sie wie ein Bauklötzchen aussieht, so ist die Canon IXUS 500 HS doch mit Hightech vollgestopft.
Samsung: viele Digicams, viermal mit WLAN
Samsung: viele Digicams, viermal mit WLAN
Bei Samsung stehen die Digitalkameras auf der CES im Zeichen von WLAN: Vier von sieben in Las Vegas gezeigten Modellen verfügen über ein Funkmodul. Zu erkennen sind die fraglichen Kameras allesamt am "F" am Ende des Produktnamens. Die WB850F, WB150F, ST200F und DV300F bieten so die Möglichkeit, Fotos und Videos direkt auf Facebook, Flickr, YouTube & Co. hochzuladen, sobald ein zugängliches Drahtlos-Netzwerk in der Nähe ist. Auch ein Versand per E-Mail oder ein Sichern in Samsungs eigene Cloud AllShare Play oder Microsofts SkyDrive ist möglich.

Die Samsung WB850F verfügt über ein integriertes WLAN-Modul.
Via WLAN kommunizieren die Kameras nicht nur mit dem Internet, sondern auch mit kompatiblen Android-Smartphones. Ist die entsprechende App installiert, so dient das Handy als externes Sucherdisplay und Fernauslöser für die Kamera. Auch Zoomen ist möglich. Den Kommentaren im Android Market nach zu urteilen, funktioniert die Anwendung derzeit allerdings nur mit einigen wenigen Smartphones, darunter beispielsweise das Galaxy S und das Galaxy S2.
Das Topmodell WB850F zeichnet sich durch 21-fachen optischen Zoom, schnellen BSI-CMOS-Sensor, AMOLED-Display und GPS-Receiver aus. Die kleinen Schwestern WB150F, ST200F und DV300F kommen mit langsamerem CCD-Sensor und weniger Zoom. Die DV300F zeichnet sich durch ein zweites Display auf der Vorderseite des Gehäuses aus. Wir haben uns bereits an anderer Stelle ausführlicher mit den vier WLAN-Kameras auseinandergesetzt.
Neben den vier WLAN-Kameras hat Samsung noch drei Einsteiger-Modelle vorgestellt. Die ST88, ST77 und ST66 kosten zwischen 129 und 149 Euro und verfügen allesamt über einen 16-Megapixel-CCD-Sensor sowie einen fünffachen optischen Zoom. Sie unterscheiden sich in Kleinigkeiten wie einem optischen Bildstabilisator, der dem günstigsten Modell fehlt, und dem größeren Display der ST88. Mehr Infos zu dem Trio gibt es auf der Webseite von Samsung.
Eine sagenumwobene NX20, die zuvor schon auf Support-Websites von Samsung aufgetaucht und Kernpunkt zahlreicher Gerüchte war, gab es auf der CES nicht zu sehen. Auch hier ist es gut möglich, dass sich der Hersteller die Kamera noch bis zur im Februar in Japan stattfindenden CP+ oder zur koreanischen P&I im April aufhebt.
Panasonic: kompakte Superzoomer und Systemkamera-Zubehör
Panasonic: kompakte Superzoomer und Systemkamera-Zubehör
Die TZ-Digicams dürften bei Panasonic mit die erfolgreichste Kamera-Serie darstellen. Seitdem mit der TZ1 2006 das erste Modell an den Start ging, hat sich hier viel getan. Das aktuellste Modell TZ22 verfügt über einen 16-fachen optischen Zoom, ist mit Features bis zum Geht-nicht-mehr vollgestopft - und ein ganz schöner Brummer.
Mit dem Duo aus SZ1 und SZ7 startet der Hersteller jetzt zur CES die nächste Superzoom-Serie, die mit deutlich schlankerem Gehäuse wieder bei einem zehnfachen optischen Zoom beginnt. Damit decken die gerade einmal 2,1 Zentimeter dicken und rund 130 Gramm schweren Kameras einen Brennweitenbereich von 25 bis 250 Millimetern ab. Das 269 Euro teure Modell SZ7 verfügt über einen schnellen CMOS-Sensor, während sich die 50 Euro günstigere SZ1 mit einem CCD-Chip zufriedengeben muss. Wir haben uns bereits an anderer Stelle ausführlicher mit der Panasonic Lumix DMC-SZ7 und DMC-SZ1 beschäftigt.

Kaum zu glauben, dass Panasonic in diesem schlanken Gehäuse einen zehnfachen optischen Zoom unterbringt.
An Einsteiger richtet sich das Trio aus Lumix DMC-FS28, FS40 und FS45. Die drei Digicams wechseln in der Reihenfolge für 119, 139 beziehungsweise 159 Euro den Besitzer, verfügen über CCD-Sensoren mit 14 (FS28, FS40) und 16 Megapixeln sowie einen vier- beziehungsweise fünffachen (FS40, FS45) optischen Zoom. Mehr Details zu dem Einsteiger-Trio gibt es auf der Webseite des Herstellers.
Neben den Kompakten hat Panasonic auf der CES vier neue Konverter für das Micro-Four-Thirds-System vorgestellt, die dem neuen 14-bis-42-Millimeter-Powerzoom-Objektiv und der 14-Millimeter-Festbrennweite mehr Flexibilität verleihen sollen. Bei den aufschraubbaren Zusatzlinsen handelt es sich um Weitwinkel-, Fisheye-, Makro- und Tele-Konverter. Letzterer arbeitet nur mit der Powerzoom-Optik zusammen. Die detaillierten Eigenschaften der Vorsatzlinsen sind in der Pressemitteilung auf der Webseite des Herstellers nachzulesen.
Wie bereits auf der IFA hat Panasonic auch auf der CES Mockups von zwei neuen X-Serie-Objektiven gezeigt. Als wir am Stand von Panasonic waren, hatte der Hersteller auf den Objektiven die Lichtstärke abgeklebt. Die Kollegen von Phtoographyblog.com waren offensichtlich etwas früher da und konnten noch die unvermummte Version der Optiken sehen. Die positive Überraschung: Sowohl das 12-bis-35-Millimeter- als auch das 35-bis-100-Millimeter-Objektiv verfügen über den gesamten Brennweitenbereich hinweg über eine konstante Lichtstärke von F2.8. Jetzt muss nur noch der Preis stimmen.

Bei unserem Rundgang am Panasonic-Stand war die Lichtstärke der beiden X-Objektive abgeklebt. Andere Fotos im Web zeigen die beiden Linsen mit einer konstanten Blende von F2,8.
Leider gab es zu den Konvertern und den Objektiven keine neue Kamera zu sehen. Insbesondere auf die heiß herbeigesehnte Nachfolgering der GH2, vermutlich die GH3, werden wir uns also noch etwas gedulden müssen. Allerdings haben wir in diese Richtung bislang fast noch nichts gehört - ein Erscheinen zur CP+ im nächsten Monat ist also eher unwahrscheinlich. Der nächste große Termin lautet: Photokina 2012 in Köln. Wir sind gespannt, mit welchen Neuerungen Panasonic hier im Bereich Video aufwarten wird.
Olympus: viele Kleine, noch nichts Großes
Olympus: viele Kleine, noch nichts Großes
Eins vorweg: Olympus hat sich in diesen Artikel hineingemogelt. Denn eigentlich war der Hersteller gar nicht mit einem eigenen Stand in Las Vegas vertreten. Trotzdem hat der Konzern zeitgleich zur CES insgesamt elf neue Kameras vorgestellt, die wir unseren Lesern natürlich nicht vorenthalten wollen.
Unter den Neuheiten finden sich drei Superzoom-Kameras: die SP-720UZ, die SP-620UZ und die SZ-14. Bei den beiden SP-Modellen handelt es sich um ausgewachsene Bridgekameras, die einen 26-fachen (SP-720UZ) beziehungsweise 21-fachen (SP-620UZ) optischen Zoom mitbringen. Die SZ-14 fällt dagegen mit etwas Phantasie noch in die Kategorie "Kompaktkamera", verfügt aber dennoch über einen 24-fachen optischen Zoom. Das mit 279 Euro teureste Modell SP-720UZ bringt einen schnellen BSI-CMOS-Sensor mit 14 Megapixeln mit, der Full-HD-Aufnahmen und sieben Bilder pro Sekunde bei voller Auflösung einfängt. Die beiden kleineren und 249 beziehungsweise 199 Euro teuren Modelle verfügen über 16 (SP-620UZ) beziehungsweise 14 Megapixel (SZ-14) auflösende CCD-Chips, die nicht mit der Geschwindigkeit der großen Schwester mithalten können.

Viel Zoom auf wenig Raum: Die Olympus SP-620UZ verfügt über einen 21-fachen optischen Zoom.
Die Olympus SH-21 passt mit einer Dicke von gerade einmal 3,1 Zentimetern bequem in die Hosentasche. Mit von der Partie sind aber dennoch ein 12,5-facher optischer Zoom sowie ein schneller, rückseitig belichteter CMOS-Sensor mit einer Auflösung von 16 Megapixeln. Auf der Rückseite des Gehäuses befindet sich ein 3,0 Zoll großer Touchscreen, der Features wie Touch-to-Focus und Touch-to-Shoot ermöglicht. Die Kompakte soll zur unverbindlichen Preisempfehlung von 249 Euro den Besitzer wechseln.
Wer seine Digicam auf jedes noch so heftige Abenteuer mitschleppen möchte, sollte sich die TG-320 näher ansehen. Die kleine Digicam dürfte mehr Strapazen überstehen als die meisten Fotografen: Sie übersteht laut Hersteller Stürze aus einer Höhe von 1,5 Metern problemlos, taucht drei Meter tief und ist bis minus 10 Grad Celsius frostsicher. Außerdem an Bord: Ein 14-Megapixel-CCD-Sensor, der auch 720p-Videos und 3D-Fotos einfängt. Der kompakte Fotorambo wechselt ab Februar in den Farben Rot und Blau den Besitzer. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 169 Euro.
Bei den übrigen sechs Modellen handelt es sich um günstige Digicams, die sich eher an Einsteiger richten. Mehr Details zu den Kameras VR-360, VR-340, VG-170, VG-160, VG-150 und VH-210 gibt es auf der Webseite von Olympus.
Eine neue Micro-Four-Thirds-Systemkamera war unter den Neuvorstellungen leider nicht dabei. Das dürfte sich aber bald ändern. Olympus hat sich den Namen OM-D kürzlich schützen lassen, was darauf hindeutet, dass die legendäre OM-Serie zu ihrem 40. Geburtstag ein digitales Revival feiern könnte. Und schließlich gab es ja kürzlich ein neues, wetterfestes Kitobjektiv von Olympus zu sehen, zu dem noch die passende, outdoortaugliche Systemkamera fehlt. Um die OM-D ranken sich zahlreiche Gerüchte im Web. Die Rede ist unter anderem von einem Micro-Four-Thirds-Sensor mit 16 Megapixeln Auflösung und einem besonders hohen Dynamikumfang sowie einer maximalen Empfindlichkeit von ISO 25.600. Die Anschaffungskosten werden auf rund 1000 Euro geschätzt.

Kommt die digitale OM? Olympus hat sich dieses Logo beim deutschen Patent- und Markenamt schützen lassen.
Casio: ein Highlight mit vier kleinen Schwestern
Casio: ein Highlight mit vier kleinen Schwestern
Das Highlight von Casio auf der CES heißt definitiv Exilim EX-ZR200. Herzstück der Kamera ist ein 1/2,3-Zoll-BSI-CMOS-Sensor mit einer Auflösung von 16,1 Megapixeln. Dem schnellen Chip sei Dank zeichnet die Digicam Videos mit 1920 mal 1080 Pixeln und 30 fps auf. Wer sich mit weniger Auflösung zufriedengibt, wird mit höheren Bildraten belohnt. Heißt: Bei 224 mal 64 Pixeln gibt's 1000 fps, bei 224 mal 160 Bildpunkten sind es 480 fps und in VGA-Qualität landen immerhin noch 120 Bilder pro Sekunde auf der Speicherkarte. Im Serienbildmodus schießt die ZR200 außerdem bis zu 30 Fotos in der Sekunde mit voller Auflösung.

Software-Tricks: Die Casio Exilim EX-ZR200 bastelt Fotos zusammen, die dem entsprechen, was ein 14-Millimeter-Objektiv an einer Kleinbildkamera liefert.
Außerdem gibt es eine Reihe von Mehrfach-Aufnahmemodi, die sich die hohe Geschwindigkeit des Bildsensors zunutze machen. Der HDR-Modus schießt beispielsweise mehrere unterschiedlich belichtete Fotos in Serie und kombiniert diese zu einem Bild mit verbessertem Kontrastumfang. Auf Wunsch lassen sich diese Fotos mit einem künstlerischen Effekt versehen. Außerdem gibt es eine neuartige Panorama-Funktion, bei der der Fotograf die Kamera einfach vor sich her schwenkt, während diese kontinuierlich aufnimmt. Aus den Einzelbildern fertigt die ZR200 dann ein Ultra-Weitwinkel-Bild mit wahlweise 14 oder 18 Millimetern Brennweite an. Apropos Brennweite: In dem gerade einmal 2,9 Zentimeter dicken Gehäuse steckt ein 12,5-facher optischer Zoom. Die Optik deckt einen Brennweitenbereich von 24 bis 300 Millimetern im Kleinbildäquivalent ab. Mehr Details und Fotos gibt es in der folgenden Bildergalerie.
Neben der ZR200 hat Casio noch vier Einsteiger-Kompaktkameras gezeigt. Die Modelle Exilim EX-ZS6, EX-ZS12, EX-ZS20 und EX-ZS150 kosten zwischen 99 und 159 Euro und verfügen allesamt über einen 16,1-Megapixel-CCD-Bildsensor. Den größten Unterschied gibt es beim optischen Zoom: Die günstigsten Digicams ZS6 und ZS12 bietet eine fünffache Vergrößerung, während die ZS150 bereits 12,5-fach zoomt. Mehr Details zu den ab Februar beziehungsweise März verfügbaren Modellen gibt es auf der Webseite des Herstellers.
Kodak: WLAN-Digicam und kompakter Video-Foto-Hybrid
Kodak: WLAN-Digicam und kompakter Video-Foto-Hybrid
Ungeachtet der aktuell schwierigen Lage, hat es sich Kodak nicht nehmen lassen, auf der CES in seinem Heimatland zumindest zwei neue Kameras vorzustellen. Das Highlight der EasyShare M750 ist sicherlich ihr integriertes WLAN-Modul. Wie bei den zuvor erwähnten Samsung-Kameras ist es so möglich, Fotos und Videos drahtlos auf den Rechner oder zu Facebook, YouTube & Co. zu übertragen. Wie der koreanische Hersteller hat auch Kodak eine App entwickelt, die mit der Digicam zusammenarbeiten und mit dem UMTS-Modul des jeweiligen Smartphones weitere Funktionen ermöglichen soll. Im Gegensatz zu Samsung beschränkt Kodak die App nicht auf einige wenige Geräte: Das Tool soll auf allen aktuellen BlackBerry-, iOS- und Android-Geräten laufen.
Ansonsten gibt es bei der Digicam weitgehend Standardkost: An Bord ist ein fünffacher optischer Zoom. Hinter dem Objektiv sitzt ein 16-Megapixel-CCD-Sensor, der Bewegtbilder mit 1280 mal 720 Pixeln aufnimmt. Auf der Rückseite der Kamera befindet sich ein 3,0 Zoll großes Display mit einer mäßigen Auflösung von 320 mal 240 Pixeln. Eine unverbindliche Preisempfehlung für Deutschland gibt es noch nicht. In den USA veranschlagt der Hersteller jedoch 170 Dollar - also umgerechnet ungefähr 135 Euro. Mehr Details und Bilder von der WLAN-Digicam gibt es in der folgenden Fotostrecke.
Wie der Name Playfull Dual schon ankündigt, gibt sich Kodaks neueste Mini-Videokamera nicht mit der Aufnahme von Videos alleine zufrieden. Stattdessen soll der Pocket Camcorder auch bei Fotos eine gute Figur machen. Das 179 Euro teure Gadget bringt einen rückseitig belichteten CMOS-Sensor mit einer Auflösung von 12 Megapixeln mit. Der lichtempfindliche Chip ist schnell genug, um Full-HD-Videos mit 1920 mal 1080 Pixeln und bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde zu liefern. Bei auf 1280 mal 720 Pixel gedrosselter Auflösung sind sogar 240 Bilder in der Sekunde drin - bei einer solch hohen Auflösung haben wir - jedenfalls im Consumer-Bereich - bislang noch nicht annähernd ein derartiges Tempo gesehen. Wir sind schwer gespannt.

Der Digicam-Camcorder-Hybrid Playfull Dual will auf zwei Hochzeiten tanzen.
Wie die allermeisten Pocket Camcorder verzichtet auch der Playfull Dual auf einen optischen Zoom. Das Objektiv mit einer Lichtstärke von F2.6 hat eine Brennweite von 26 Millimetern im Fotomodus und 31 Millimetern im Videomodus. Beim Fotografieren in dunklen Umgebungen greift der kleinen Kamera ein Xenon-Blitz unter die Arme. Das 3,0 Zoll große Display auf der Rückseite löst immerhin 480 mal 320 Pixel auf. Wir hatten auf der CES die Gelegenheit, einen mit dem Playfull Dual gedrehten Clip anzugucken und waren extrem positiv überrascht. Wenn sich das fertige Produkt tatsächlich in ähnlichen Dimensionen bewegt, kann die kleine Digicam in puncto Videoqualität durchaus mit ausgewachsenen Camcordern konkurrieren.
Sony: Kamera-Enttäuschung auf der CES
Sony: Kamera-Enttäuschung auf der CES
Terminator-Tablets, Crystal-Fernseher, 4G-Handys & Co. - Sony hat auf der CES etliche Highlights mitgebracht. Den Kamerabereich hat der japanische Hersteller allerdings sehr stiefmütterlich behandelt, und alibimäßig zwei Kompaktkameras vorgestellt. Das Duo aus Cyber-shot DSC-W610 und DSC-W630 richtet sich mit Anschaffungskosten von 109 beziehungsweise 149 Euro an Einsteiger in die digitale Fotografie. Für das Geld gibt es 14 und 16 Megapixel auflösende CCD-Sensoren, einen vier- beziehungsweise fünffachen optischen Zoom und 2,7 Zoll große Displays auf der Rückseite. Mehr Infos zu dem Knips-Duo gibt es in unserer News zur Cyber-shot DSC-W610 und W630.

Sony arbeitet an leistungsfähigen Bildstabilisatoren. Es war beeindruckend zu sehen, wie dieser Camcorder hier auf der CES sein "Auge" verdrehen kann. Vielleicht sehen wir die Technologie ja auch bald bei Fotokameras.
Wer auf spektakuläre Kompaktkameras gehofft hatte, muss sich leider noch ein wenig gedulden. Einem kürzlichen Leak nach stehen acht weitere Digicams bereits in den Startlöchern. Darunter sind auch ein Update der Superzoom-Bridgekamera Cyber-shot DSC-HX100V, gleich zwei Nachfolger der Cyber-shot DSC-HX9V sowie eine neue wasserdichte Kompaktkamera. Der Großteil der Modelle soll einen neuen rückseitig belichteten CMOS-Bildsensor mit einer zumindest sehr fragwürdig hohen Auflösung von 18 Megapixeln mitbringen. Heißer Termin-Kandidat für die Ankündigung: die von 9. bis 12. Februar in Japan stattfindende CP+.
Pentax, Ricoh und das Fazit
Pentax und Ricoh: tapfer auf der PMA, aber ohne Neuheiten
Wie zu Anfangs schon erwähnt waren Pentax und Ricoh, die ja jetzt unter einem Dach stecken, die einzigen großen Kamerahersteller auf der PMA. Insgesamt gab die Kameramesse ein trauriges Bild ab. Und das, obwohl sie lediglich drei Kilometer von der CES entfernt stattfand und jeden Tag dutzende Shuttle-Busse zwischen dem Venetian-Hotel und der im Las Vegas Convention Center steigenden CES hin und her fuhren. Neuheiten gab es auf der Messe weder von Ricoh noch von Pentax. Stattdessen wurden auf dem in CES-Maßstäben gemessen recht kleinen Stand nur altbekannte Produkte gezeigt.

Mehr Flohmarkt- als Messeatmosphäre: Auf der PMA in Las Vegas gab es nicht viel zu sehen.
Zur CP+ in Japan könnte es allerdings die eine oder andere interessante Neuerung geben. So wird gemunkelt, dass Pentax dort neben dem Q-System eine zweite Linie von spiegellosen Systemkameras vorstellen würde - dieses Mal mit größerem Sensor und mit höherem Anspruch, was die Bildqualität und die Geschwindigkeit angeht. Den Gerüchten zufolge soll sie mit dem K-Mount über das gleiche Objektiv-Bajonett verfügen, wie Pentax' Spiegelreflexkameras. Außerdem soll der Bildsensor zum Einsatz kommen, der uns bereits bei der K-5 begeistern konnte.
Fazit
Bei den Kompaktkameras gab es auf der CES zwei Trends zu verzeichnen. Erstens: Zu dem sinnlosen Megapixel-Wahnsinn gesellt sich der Kampf um den längsten Zoom. Beides klingt auf dem Papier zwar toll, sorgt aber in der Praxis nicht unbedingt für eine Steigerung der Bildqualität. Erfreulicher dagegen ist, dass immer mehr Hersteller WLAN-Module in ihre Kameras einbauen und das Weiterverwursten der Fotos damit einfacher machen möchten.
Außerdem geht es den DSLRs im Einsteiger- und Mittelklasse-Segment zunehmend an den Kragen. Mit Fujifilm hat auf der CES ein weiterer Hersteller ein spiegelloses Kamerasystem vorgestellt. Und Canon hat mit seiner PowerShot G1 X eine eigene Antwort auf die gesamte EVIL-Sparte gefunden: großer Sensor, ja - Wechselobjektive, (vorerst) nein. Mit der CP+ steht die nächste große Messe für Fotofans direkt vor der Tür - sie öffnet genau einen Monat nach Beginn der CES ihre Pforten. Unser Las-Vegas-Hangover ist ausgestanden, und wir freuen uns auf die Neuheiten aus Japan.
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