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Touch-Mäuse: PC-Steuerung mit Multitouch-Gesten à la Smartphone

Von Rich Brown, Daniel Schräder, Stefan Möllenhoff
17. Februar 2012, 20:15 Uhr

Den Anfang bei den berührungsempfindlichen Mäusen machte Apple im Jahr 2009 mit der Magic Mouse. Im vergangenen Jahr folgte Microsoft schließlich mit seiner eigenen Touch Mouse. Und Anfang Februar hat schließlich Logitech mit der M600 seine eigene Version ins Rennen geschickt.

Eines vorweg: So intuitiv wie ein Smartphone arbeitet keine der Mäuse. Dennoch verfügen sie jeweils über ein einfaches Gestensystem, das sich recht einfach erlernen lässt. Wir sind auf jeden Fall schon einmal gespannt, ob das im weiteren Verlauf des Jahres 2012 erscheinende Windows 8 mit seiner Touch-Ausrichtung für mehr Leben in dieser noch recht exotischen Kategorie sorgen wird.

Wie bereits gesagt: Apple hat mit seiner Touch-Maus im Jahr 2009 die Vorreiter-Rolle eingenommen. Inzwischen ist das Zeigegerät bei den iMacs im Lieferumfang enthalten. So schick und edel sie auch aussieht und so gut sie optisch zu den anderen Apple-Komponenten passt, leider fühlt sich die Maus mit ihrem winzigen Gehäuse etwas verkrampft an. Im Großen und Ganzen leistet sie sich allerdings keine echten Schwächen. Sowohl das horizontale als auch das vertikale Scrollen fühlen sich natürlich an, und das anschubsbare und dann elastisch weiterlaufende virtuelle Mausrädchen überzeugt.

Darüber hinaus bietet die Magic Mouse dieselben grundlegenden Wischgesten an wie die Trackpads von Apples MacBooks. Die Gesten funktionieren überall auf der Oberfläche des Gadgets. Ein Wisch mit zwei Fingern springt im Browser vor und zurück oder spult durch Medieninhalte. Ganz so empfindlich wie auf dem iPhone oder iPad reagiert das Touch-Panel hier jedoch nicht, und es wir vermissen die Zwei-Finger-Geste zum Zoomen schmerzlich. Mit den Bordmitteln von Apple ist es außerdem nicht möglich, die Wischgesten zu konfigurieren. Es gibt lediglich die Möglichkeit, die Position der virtuellen Maustasten für Linkshänder zu vertauschen. Unterm Strich funktioniert alles wie versprochen.

Die Verbindung zum Rechner stellt die Maus übrigens via Bluetooth her. Die Stromversorgung wird mit zwei AA-Batterien gesichert. Ihre Position ermittelt die Maus mit Hilfe eines Standard-Laser-Sensors, der auf den meisten Oberflächen funktioniert. Auf Stoff oder glänzenden Oberflächen wie Glas, Spiegeln oder Marmor guckt der Magic-Mouse-Besitzer jedoch in die Röhre. Maustasten sucht man auf der Oberseite der Maus vergeblich. Diese gibt es lediglich in virtueller Form.

Apple verkauft die Magic Mouse für 69 Euro. Wer den Preisvergleich seines Vertrauens bemüht, findet das Multitouch-Zeigegerät jedoch bereits ab 50 Euro. Für 10 Euro mehr wechselt übrigens das Magic Trackpad den Besitzer, das ein Multitouch-Trackpad auf den Schreibtisch bringt.

Logitech Touch Mouse M600

Die Logitech Touch Mouse M600 ist der Neuling unter dem Trio - sie wurde am 8. Februar vorgestellt. Und so, wie es aussieht, hat sich Logitech bei diesem Modell mehr auf die Optik, denn auf eine wirklich umfassende Ausstattung mit Funktionen konzentriert. So bietet die Logitech M600 zwar grundlegende Gesten wie horizontales sowie vertikales Scrollen und unterstützt Logitechs Browser-Addon Flow Scroll, das ein weiches und elastisches Scrollen ermöglicht, wie man es vom Smartphone her kennt. Aber abgesehen von diesen beiden Features holt der Hersteller aus der berührungsempfindlichen Fläche keine wirklichen Vorteile heraus - und somit gibt es hier nur sehr wenig, was auch eine deutlich günstigere Maus mit ein paar Extra-Tasten nicht auch könnte.

Die M600 gehört zu Logitechs Unified-Familie. Das bedeutet, dass ein einziger winziger USB-Dongle ausreicht, um eben diese Maus und bis zu fünf weitere Geräte mit einem Rechner zu verbinden. Zur Auswahl stehen hier derzeit neben der Maus noch ein drahtloses Touchpad, eine Funk-Tastatur und die Präsentationshilfe Logitech Cube - und das war's. Um das Limit von sechs kabellos angebundenen Geräten zu erreichen, muss man sich schon wirklich Mühe geben.

Letztendlich ist die Logitech Touch Mouse M600 definitiv kein schlechtes Gerät. Aber derzeit befindet sie sich eben noch in derselben Preisklasse wie ihre Konkurrenten von Microsoft und Apple - und kann in Sachen Funktionsumfang mit diesen nicht mithalten. Pinch-to-Zoom und ähnliche Spielereien sucht man bei Logitech leider ebenfalls vergeblich. Und dann kann man im Prinzip auch gleich zur kleinen Schwester M510 greifen, die ebenfalls den Unified-Dongle nutzt, 30 Euro kostet und dafür eben weitgehend die selben Funktionen der M600 mit mechanischen Bedienelementen realisiert.

Microsoft Touch Mouse

Microsofts ist bei seiner Touch Mouse mindestens genauso anspruchsvoll wie Apple mit der Magic Mouse. Logisch, denn schließlich hat das Eingabegerät seine Wurzeln in der Forschungsabteilung für Touch-Bedienung des Unternehmens.

Wie die anderen Mäuse mit berührungsempfindlicher Steuerung reagiert auch das Microsoft-Modell auf die Anzahl der Finger, die bei der Bedienung zum Einsatz kommen. Ein einzelner Finger erlaubt die gewohnte Navigation innerhalb von Programmen, wie wir es schon kennen. Der Einsatz von zwei Fingern verschiebt das aktive Fenster auf dem Desktop, und drei Finger zeigen alle geöffneten Applikationen und erlauben den Wechsel zwischen ihnen.

Die Gestensteuerung von Microsoft erschließt sich nicht auf Anhieb, aber nach ein paar Minuten Übung kommen wir gut mit der Maus zurecht.

Während die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers 80 Euro beträgt, ist das Gerät in der Praxis bereits deutlich günstiger zu haben: Mit etwas Glück bekommt man die Microsoft Touch Mouse bereits für knapp 50 Euro.

Fazit

Apples Multitouch-Maus zielt im Wesentlichen auch auf Nutzer der Apple-Produkte - unter Windows ist das Zeigegerät nur mit Gefrickel zum Laufen zu bringen. Wer sich mit der Form anfreunden kann und auf Gesten steht, wird hier sicherlich glücklich. Die Logitech-Lösung dagegen kommt deutlich unspektakulärer daher und arbeitet problemlos mit Windows-Rechnern zusammen. Allerdings ist der Funktionsumfang vergleichsweise mager, und der Preis angesichts dessen recht hoch.

Die Microsoft-Maus dagegen vereint die Vorteile beider Welten, jedenfalls für Windows-Nutzer. Sie bietet viele Funktionen, überzeugt in puncto Haptik und arbeitet ohne Murren mit dem Microsoft-Betriebssystem zusammen. Preislich liegt sie auf einem Niveau mit den beiden Konkurrenten.


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